Kochbuchausstellung

Krieg, Bürgerkrieg, Steckrübenwinter, Inflation
(1914-1923)

Die lange mühsam austarierten machtpolitischen Gegensätze in Europa führen 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Rüstungswettlauf und Flottenbau ermöglichen eine moderne Kriegsführung. Den gigantischen Landschlachten mit neuen mit Schnellfeuerwaffen und - Artillerie, Maschinengewehre, Giftgas und Panzer - Giftgas fallen Hunderttausende um Opfer. Die gesamten Vorräte an Obst, Mehl und Kartoffeln werden an den Fronten verbraucht. Der Hungerwinter 1916/17 zwingt die Menschen sich von Steckrüben zu ernähren. Europa leidet Hunger! Die deutsche Revolution erzwingt im Frühjahr 1918 bringt Waffenstillstand und Friedensverhandlungen. 1919 besiegeln die Versailler Verträge das Ende des Krieges. Hohe Reparationskosten und Kriegsschulden verzögern die wirtschafliche Erholung Deutschlands. Die Regierung läßt immer mehr Banknoten drucken um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Die Inflation hat verheerende Folgen, die Kosten für Grundnahrungsmittel steigen ins Unermeßliche: im Frühjahr 1923 kostet ein Pfund Brot 240 Reichsmark und im November bereits 260.000.000.000.000 Reichsmark. Die Beschaffung von Grundnahrungsmitteln wird zum täglichen Überlebenskampf, die Kochtöpfe müssen oft leer bleiben.
Krieg, Bürgerkrieg, Steckrübenwinter, Inflation<br />(1914-1923)